Pestizide im Wasser Ratgeber

Pestizide im Wasser

Was sind Pestizide überhaupt?

Das Pestizide im Wasser vorhanden sind ist nicht jedem bewusst doch erstmal muss man verstehen was Pestizide sind. Die Pestizide umfassen als Sammelbegriffe alle Stoffe, die als Schädlingbekämpfungs- oder Pflanzenschutzmittel bekannt sind. Da sie biologisch oftmals hochaktiv sind, gelangen sie bei übermäßiger oder unsachgemäßer Anwendung auch in andere Organismen oder ins Grundwasser, wo diese Stoffe definitiv nicht hingehören. Noch verheerender kann es sein, wenn die Pestizide beim Abbau durch Mikroben in Boden in noch toxischere Metabolite um- oder abgebaut werden.

Wie Pestizide ins Grundwasser gelangen

Pestizide im WasserAnnähernd jedes Gewässer, sei es ein Fluss, Tümpel, Teich oder See, bildet für tausende Pflanzen und Tierart den Lebensraum. Die Negativwirkung eingesetzter Pestizide wirkt sich anfangs nur passiv auf die Umwelt aus. Über Ebbe und Flut, aber mehr noch durch Überschwemmung (Starkregen, periodische Überschwemmungen), darauffolgendem Abfluss oder windbedingter Abdrift von Gewässern gelangen die Stoffe ins Grundwasser anliegende Gewässer.

Landschaften, die durch intensive Landwirtschaft geprägt sind, weisen allein im bewirtschafteten Boden einen starken Rückgang wichtiger Mikroorganismen im Boden auf. Durch passive Verteilung der Pestizide in anliegende Gewässer geht die Biodiversität auch in Flüssen und Seen zurück. Das Mikroplankton, das die Grundnahrungsbasis für viele marine Tiere bildet, wird dadurch stark im Wachstum gehemmt und durch profitierende Cyanobakterien ersetzt. Vielen Lebewesen fehlt dann das Plankton als Nahrungsbasis, zudem zerstören dadurch Pestizide den Sauerstoffgehalt von Gewässern, was zu vielfachem Fischsterben führen kann.

Auf der anderen Seite führt aber auch schlichtweg der unsachgemäße Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zum Rückgang der biologischen Vielfalt und Vergiftung von Tieren und Nahrungsmitteln. Der umstrittene Herbizidgrundstoff Glyphosat findet sich in mehr als 60 verschiedenen Pestizidprodukten wieder. Obwohl Glyphosat nur zum Eindämmen von Unkraut gedacht ist, wird es dennoch in Massen auf Ackerbau, Weinbau, Obst- und Gemüseanbau angewendet. All diese Rohstoffe, die uns viele Nahrungs- und Genussmittel liefern, sind dann mit Glyphosat belastet, obwohl das gar nicht nötig ist.

So schaden die Pestizide im Wasser dem menschlichen Körper

Durch die eben dargestellten Situationen finden Pestizide über eine Vielzahl von Wegen in unseren Körper. Nun sind Pestizide mehr als giftig, das sollen sie ja auch sein, um Schädlinge zu bekämpfen. In unserem Körper jedoch haben sie nichts zu suchen und können immensen Schaden anrichten.

Direkt betroffen sind an erster Stelle Bauern jeder Art und umliegende Wohngebiete, die ihre Umgebung und Pflanzen mit Pestiziden behandeln. Diese Menschen kommen regelmäßig in direktem Kontakt mit den Schädlingsgiften. An zweiter Stelle steht dann der Verbraucher, der pestizidbelastete Lebensmittel konsumiert. An dritter Stelle können über Umwege Pestizide auch über Tiernahrung und dem Verzehr von nun belastetem Fleisch in den Körper gelangen.

Aufgrund der Vielfalt der möglichen Belastung, denn Pestizid ist nur der Oberbegriffe für viele Schadstoffe, sind die Auswirkungen auf den menschlichen Körper sehr unterschiedlich. Bei direktem Kontakt können akute Vergiftungserscheinungen an Haut und Haaren auftreten. Fortwährender direkter Kontakt kann außerdem zu Erbugtschäden, Unfruchtbarkeit oder gar Krebs und Missbildungen bei Neugeborenen führen. Für den Verzehr und die Aufnahme im Körper gelten ähnliche Auswirkungen. Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, toxische Schocks und auch hier Erbgutschäden oder Krebs in betroffenen Organen (Magen, Darm, Leber).

Doch wie kann dieser stets lauernden Gefahr entgegengetreten werden? Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr immer, auch wenn es gekocht wird, abgewaschen werden. Pestizide denaturieren nicht zwangsläufig beim Kochen. Allein gründliches Reinigen befreit die Oberfläche des Nahrungsmittels von den Giften. Achten Sie auch auf die Herkunft. Wurde das Produkt als umweltfreundlich oder als Biomarke aufgeführt? Auf lange Sicht jedoch müssen neue Richtlinien für den Umgang mit Pestiziden her. Der Einsatz muss reduziert werden. Es müssen Pufferzonen zwischen Anbaugebiet und Gewässern geschaffen werden. Andernfalls vergiftet der Mensch sich nicht nur selbst, sondern führt langfristig zu einem Rückgang von Arten und einhergehender geringerer Biodiversität, die dann die meisten Lebewesen bedroht, die in Gewässern und in Ackergebieten heimisch sind.


Kommentar schreiben

*

code


Noch keine Kommentare